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Historia Comica geht mit neuem Puzzle in die nächste Runde

Geschichtsunterricht à la Marino Degano – Das kann nur lustig werden! Mit dem Konzept Historia Comica und dem dazugehörigen Bild „Opus 1“ begeisterte der italienische Cartoonist schon zur Jahrtausendwende Historik- Fans und mit dem Werk „Opus 2“ geht Historia Comica Puzzle Logodie spannende Reise durch die Geschichte jetzt in die zweite Runde. Die dicken, langweiligen Geschichtsbücher können zurück ins Regal gestellt werden, denn in seinen Historia-Comica-Cartoons macht Marino Degano das schier Unfassbare möglich: Er präsentiert die mehrere Millionen Jahre umfassende Geschichte auf einen Blick! So zeigt „Opus 1“ die Menschheitsgeschichte von Christi Geburt bis zum Jahr 2000 und in „Opus 2“ illustriert Degano den Zeitabschnitt vom Urknall bis zum Beginn unserer Zeitrechnung. Einen Überblick über mehr als 14 Millionen Jahre in nur zwei Bildern – Das hat es noch nie gegeben!

 

Möglich wird das spannende Projekt durch ein raffiniertes Konzept. Beide Werke zeigen je 200 Illustrationen. Die kleinen Bildchen sind wie ein Schneckenhaus spiralförmig angeordnet, wodurch das Gesamtmotiv große ÄHistoria Comica Puzzle Opus 1hnlichkeit mit einem Brettspiel hat. Bei „Opus 1“ verfolgt man ausgehend vom Rand bis hin zur Mitte die wichtigsten historischen Ereignisse eines jeden Jahrzehntes. In die entgegen gesetzte Richtung dreht sich die Spirale der Zeit bei „Opus 2“. Hier entrollen sich die Felder von der Mitte bis zum Rand. Aufgrund der großen Zeitspanne von über 14 Millionen Jahren konnte Degano bei „Opus 2“ natürlich nicht weiterhin jedes Jahrzehnt mit seinen witzigen Zeichnungen darstellen. Eine Untergliederung in sechs kleinere Zeitintervalle machten es Degano möglich auch dieses Mal die 200 wichtigsten historischen Ereignisse zu bestimmen.

 

 

 

Historia Comica  "Opus 1" Puzzle

Die Idee zu „Opus 2“ beruht auf dem riesigen Erfolg des Vorgängers „Opus 1“ und der in diesem Zusammenhang veröffentlichten Produkte. Die überraschend große Nachfrage regte Degano zum Nachdenken über ein weiteres Bild zum Thema Historia Comica an. Das Problem: Bis zur Gegenwart waren bereits alle Jahrzehnte bildlich dargestellt. Doch wie George Lucas schon wusste; Wo es nicht mehr vorwärts geht, bleibt doch immer der Weg zurück! Warum also nicht den Abschnitt vor unserer Zeitrechnung darstellen und ausgehend von Christi Geburt im Rückwärtsgang durch die Geschichte brausen? Nach etlichen Monaten Recherchearbeit und künstlerischem Schaffen hatte Degano die Idee in die Realität umgesetzt.

Historia Comica Puzzle Opus 2

Historia Comica "Opus 2" Puzzle

Christi Geburt bildet den nahtlosen Übergang zum Historia-Comica-Erstling „Opus 1“, der auf einem späteren Feld auch die Kreuzigung Jesus’ thematisiert. Des Weiteren finden sich in dem Werk Illustrationen von kulturgeschichtlichen Epochen wie der Aufklärung oder der Renaissance, es werden neben Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft bedeutende Staatsmänner wie Napoleon vorgestellt und Erfindungen wie das Papier, das Dezimalsystem, das Auto oder die Dampfmaschine werden mit Comics in Erinnerung gerufen. Natürlich dürfen beim Blick auf die Geschichte auch historische Ereignisse wie der Thesenanschlag Luthers oder die beiden Weltkriege nicht fehlen.

Ganz im Sinne der Tradition wird auch Deganos neues Historia-Comica-Werk in Zusammenarbeit mit Heye veröffentlicht. Und da Heye natürlich immer an seine treuen Fans aus der Puzzle-Gemeinde denkt, wird „Opus 2“ im Frühjahr 2010 als Puzzle erscheinen. Für alle Puzzle-Neulinge ist des Weiteren eine Neuauflage von „Opus 1“ erhältlich. Aus je 4000 Teilen kann das 96x136 cm große Bild gepuzzelt werden. Der Vorteil des Puzzles liegt auf der Hand: Beim Zusammensetzen der Teile können die vielen Details bestens entdeckt werden. Falls „Opus 2“ an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann, darf sicherlich auch wieder mit einer Kalender- und Spielversion gerechnet werden.

 

 

 

Oetzi Miniatur -3150 Jahre

Historia Comica: das Interview mit Marino Degano

Um die Beweggründe und die Arbeit von Marino Degano besser kennen zu lernen und den Künstler unseren Kunden einmal genauer vorstellen zu können, führten wir mit ihm am 1. Februar 2010 ein ausführliches Interview. Hier nun ein Auszug mit äußerst interessanten Einblicken in das Denken und Schaffen des gebürtigen Italieners, der inzwischen in Paris und Hamburg zu Hause ist.
 
Marino, wie bist du auf die Idee zu Historia Comica gekommen?

Die Verleger bei Heye sprachen mich damals an, dass sie mit mir im Jahr 2000 etwas Besonderes veröffentlichen wollen. Ich sollte mir etwas überlegen und da ich mich für Geschichte interessiere, stand für mich das Thema schnell fest. Ich dachte mir, die Geschichte aus 2000 Jahren könnte man doch in 2000 Bildern erzählen, obwohl ich dann schnell merkte, dass 2000 Bilder natürlich zu viel waren. So sind es ‚nur’ 200 geworden, was auch schon viel ist!

Interessierst du dich schon immer für Geschichte?

In der Schulzeit wusste ich nicht, wozu Geschichte gut sein sollte. Da lernt man oft nur Daten und Fakten. Erst später entwickelte ich Interesse für die vielen kleinen Geschichten hinter den Zahlen. Dass wir heute so sind, wie wir sind, hat ja mit all den Menschen zu tun, die vor uns gelebt haben. Mit meinen Historia Comica Bildern möchte ich die Geschichte auf lustige Art und Weise darstellen, um so das Interesse der Leute zu wecken.

Welche Reaktionen gab es zu Opus 1?

In Italien hatte ich zu Opus 1 eine Ausstellung gemacht und da konnte ich die Reaktionen der Leute direkt erleben. Die meisten konnten sich nicht vorstellen, dass Geschichte so lustig sein kann. Insgesamt kam die Idee sehr gut an und das Puzzle hat sich gut verkauft. Die Puzzler fanden es toll, dass sie beim Puzzeln von Opus 1 auch etwas lernen konnten. Heye hat die Bilder ja dann auch noch als Kalender veröffentlicht.

Wie lange hast du an Opus 2 gearbeitet?

Für die Recherche und Fertigstellung von Opus 1 hatte ich ja 9 Monate gebraucht. Damals hatte ich nur an diesem Projekt gearbeitet. Bei Opus 2 habe ich gleichzeitig auch noch andere Sachen gemacht. Deshalb sind von Beginn der Recherche bis zur Fertigstellung anderthalb Jahre vergangen. Bei Opus 2 war die Recherche aufwendiger. In Opus 1 habe ich Dekaden illustriert, in Opus 2 sind es eher Ereignisse oder Zeitabschnitte. Es war schwierig jede Dekade zu finden, denn je weiter man in der Zeit zurückgeht, desto häufiger findet man verschiedene Theorien, die in der Wissenschaft nebeneinander stehen und sich teilweise widersprechen.

Opus 2 umfasst eine Zeit von mehr als 14 Millionen Jahren. Nach welchen Kriterien hast du die Bilder ausgewählt?

Ehrlich gesagt, war das ganz subjektiv. Ich habe versucht eine gewisse Struktur rein zu bringen. So sollten 100 Kästchen für den Zeitraum vor der Erfindung der Schrift verwendet werden. Es ist leider nicht möglich eine Regularität zu finden, denn es gibt zum Beispiel Zeiten, in denen viel erfunden wurde und dann passiert wieder hunderttausend Jahre nichts.

Hast du ein Lieblingsbild von Opus 2?

Ja, die Wirbeltiere oder die Seidenraupe, auch das Rad-Bild mag ich. Manchmal ist man selbst überrascht von seinen Ideen und ich habe es gern, wenn ich mich selbst überrasche.

Ist es anstrengend sich so lange Zeit mit einem Thema zu beschäftigen?

Geschichte ist ein Thema und gleichzeitig tausend Themen. Das wird nicht langweilig. Manche Themen bewegen sich im Feld der Physik, andere in dem der Geografie und manchmal ist es einfach nur Geschichte. Ich finde das spannend. Total interessant finde ich zum Beispiel die Neandertaler und deren Entwicklung, die waren uns in ihrem Verhalten schon so ähnlich!

Was dachtest du, als du den letzten Pinselstrich bei Opus 2 gemacht hattest?

Ich dachte, dass die Arbeit noch nicht fertig ist. Ich war zufrieden und für einen Moment habe ich auch richtig durchgeatmet aber wusste, dass mich dieses Projekt noch weiter beschäftigen wird. Aber ich war froh, dass ich dann wieder mehr Zeit für mein Privatleben hatte. Meine Freunde hatten sich schon beschwert.

Wird es Opus 3 mit einem Blick in die Zukunft geben?

Nein. An so etwas habe ich nicht gedacht. Ich denke, das Thema Geschichte ist in dieser Form fertig. Aber vielleicht lässt es sich in anderer Form weiter ausarbeiten. Ich würde zum Beispiel gern ein Buch mit den Zeichnungen machen. Dazu muss ich aber erst einmal einen Verleger finden.

Vielen Dank für den interessanten Einblick in Deine Arbeit!

Das Interview führte K. Vokoun, Leipzig 01.02.2010.